Welche Hühnerrasse passt zu mir?

Die Hobbyzucht mit Hühnern im eigenen Garten

Jeder Garten ist anders, es geht nicht allein um die Größe. Die einen wohnen in Rand- oder Insellagen, andere haben nur kleine Gärten und viele Nachbarn. Dennoch gibt es fast für jeden die passenden Hühner, einige halten sogar besonders kleine Zwerghühner auf dem Balkon. Dennoch bleibt die Haltung im Garten die bessere Wahl. 

Einzäunen?

Die erste Frage lautet also, ob die Hühner frei laufen dürfen. Wenn nicht, wäre zu prüfen, wie groß und vor allem teuer die Einzäunung werden darf. Je größer, umso teurer? Nicht ganz: Je höher, umso teurer!

Unter den Hühnern gibt es Nichtflieger und Vielflieger. Für letztere wäre eine Voliere oder zumindest eine hohe Einzäunung zu wählen. Das geht leider ins Geld, weswegen für kleine Geldbeutel die Nichtflieger eine deutlich bessere Wahl darstellen. Es gibt Hühnernetze mit Metallstäben, die sich schnell aufbauen und versetzen lassen. Diese sehen jedoch nicht ganz so hübsch aus, richtige Zaunpfosten mit verstärkten Eckpfosten wären stilvoller. Hier lässt sich das Hühnernetz besser spannen. Es würde aber auch reichen, für die Eckpfosten Fundamentblöcke zu versenken, um stabile Eckpfeiler zu setzen. Schon lässt sich das Billig-Netz oben und unten etwas spannen.

Hühnerstall

Außerdem stellt sich die Frage um den Hühnerstall: Drei sehr große bis zehn sehr kleine Hühner passen maximal auf einen m² Grundfläche. Ist der Hühnerstall etwas zugig oder nicht ganz optimal, wären robuste Rassen vorzuziehen. Dieses gilt zugleich für schwierige Wetterlagen wie in Meeresnähe oder im bergigen Land. Zumindest kann auch der Hühnerstall das Budget sprengen, wenn die Planung nicht stimmt.

Welche Rasse passt zu mir?

Dann gibt es einige Hühnerrassen, die als robust und vital gelten. Sie neigen im Winter nicht zu Erfrierungen und sind weniger anfällig für einige Schädlinge oder Krankheiten. Problematischer wären Hühner mit Federfüßen, die trockenen Grund benötigen, damit nicht ihre Federfüße verklumpen. Dieses würde Krankheiten und den Schädlingsbefall begünstigen. Auch Bart- und Haubenhühner sind gewissenhafter auf Parasiten zu prüfen.

Bei der Wahl der Hühnerrasse gibt es weitere Fragen: Geht es um die Erscheinung, die Leistung oder das Schoßhuhn zum Streicheln? Gerade in Rand- oder Insellagen wären Hühner mit starken Instinkten zu bevorzugen, weil sie länger überleben. Diese Rassen sind tendenziell scheu und vorsichtig, sie eignen sich nicht als Streichelhuhn.

Und zum guten Schluss: Landen alle Eier in der Küche oder sollen die Hennen ab und an ein paar davon ausbrüten? Sehr gute Legelinien kommen kaum in Brutstimmung und brutwütige Hühnerrassen legen nicht gut, so die Faustformel.

 

Einige Beispiele für passende Gartenhühner

Das hübsche Zierhuhn für kleine Gärten – Sebrights

Die leichten Sebrights sind leider gute Flieger, für kleine Gärten wird die Volierenhaltung empfohlen. Auch die Legeleistung spricht nicht für diese Zierhühner, die jedoch etwas ganz Besonderes mitbringen: Die Hähne sind hennenfiedrig, sie haben keine Sicheln oder Nebensicheln. Sie unterscheiden sich optisch nur durch die Kopfpunkte zu den Hühnern. Hahn und Henne kommen durch ihre gesäumten Federn und Schwanzfedern besonders gut zur Geltung. Es handelt sich aber nicht um Streichelhühner für die Familie.

 

Flugunfähige Schoßhühner, die gerne brüten – Zwerg-Seidenhühner

Ob Seidenhuhn oder Zwerg-Seidenhuhn, beide Rassen ähneln sich sehr stark, sie brauchen nur unterschiedlich viel Platz. Das Federkleid ist zerschlissen und bildet Strähnen an den Federkielen. Die wuscheligen Hühner werden selbst durch einen niedrigen Zaun festgehalten, schlafen zudem am Boden und fangen bei jeder Gelegenheit mit dem Brüten an. Deswegen werden sie gerne als Glucke für Bruteier verwendet. Zwergseidis lassen sich zudem sehr schnell zähmen und sind richtig verschmust. Außerdem legen sie im Winter und Frühjahr.

Das Leistungshuhn für kleine Gärten – Zwerg-Barnevelder

Auch das Zwerg-Barnevelder ist nur die verkleinerte Version der Großform, die dadurch deutlich weniger Platz braucht. Doch diese Zwergrasse legt immerhin 150 Eier mit 40 Gramm im ersten Jahr. Wer ein paar Hennen hält und jedes Jahr eine Junghenne dazusetzt, hat frische Eier, nur nicht im Winter. Auch für Zwerg-Barnevelder reicht ein niedriger Hühnerzaun, sie sind im Stall und Freien bereits mit wenig Fläche zufrieden. Die kleinen Zwerghühner können richtig anhänglich werden, etwas Futter ist der Türöffner.

Winterlegendes Zwiehuhn für niedrige Zäune – Plymouth Rocks

Viele wollen auch im Winter ihr Frühstücksei und sollten deswegen einen Winterleger wählen. Die schweren Plymouth Rocks zählen zu den Nichtfliegern, legen im Winter und die Bruderhähne erreichen bis zu 3,5 kg. Außerdem lassen sich diese friedlichen Hühner schnell zähmen und sind relativ einfach in der Haltung.

Der Klassiker unter den Legehühnern – Leghorn

Wer viele weiße Eier wünscht, kann sich eventuell mit dem Leghorn anfreunden. Ein kleiner Nachteil ist, dass der Hühnerzaun nun wenigstens eine mittlere Höhe erreichen soll. Das danken die Hennen dann im ersten Legejahr mit 220 weißen Eiern, die immerhin 60 Gramm wiegen. Die Fütterung muss jedoch stimmen, die leichten Hühner haben zum Glück eine gute Futterverwertung. Dank dieser Eigenschaften fließen sie praktisch in alle weißlegenden Legehybriden ein.

Schweres Zwiehuhn mit guter Leistung – Bielefelder Kennhuhn

Die Legeleistung der Bielefelder Kennhühner liegt dicht bei Leghorns, die Eier sind jedoch braun. Geht es dem Halter nur um die Eier, sind diese Kennhühner jedoch schlechter, da sie mit höherem Gewicht mehr Futter brauchen. Dafür reicht ein niedriger Zaun zur Eingrenzung. Zumindest lassen sich die Hennen und Hähne bereits am ersten Tag unterscheiden und sollen ab der achten Woche getrennt werden. Bei angepasster Fütterung sind die Bruderhähne schnell gemästet.

 

Perfekt für raues Wetter und Freilauf – Westfälische Totleger

Die alte und leichte Legerasse Westfälische Totleger kann sehr gut fliegen und eignet sich deswegen eher für den Freilauf. Die Hennen legen rund 200 Eier im ersten Legejahr, die Bruderhähne erreichen noch genug Gewicht für die Verwertung. Zumindest handelt es sich um eine sehr selbstständige und robuste Hühnerrasse für Selbstversorger.

 

Das schwere Familienhuhn mit Brutlaune – Cochins

Das schwere Gegenstück zum Seidenhuhn sind die uralten Cochin Hühner, die bis 5,5 kg schwer werden, schnell in Brutstimmung geraten und immerhin 120 Eier im ersten Legejahr schaffen. Die schweren Federbälle sind zutraulich und eignen sich damit als Familienhuhn.

Die Wahl aus 180 Hühnerrassen

 

Diese Beispiele beweisen, dass sich für jeden Garten die passende Hühnerrasse findet. Es werden durch den BDRG rund 180 Zwerg- und Großrassen allein für Haushühner anerkannt, international sind es vermutlich weit über 1000 Hühnerrassen. Viele dieser Rassen sind leider vom Aussterben bedroht. Deswegen ist es umso wichtiger, dass sich Hobbyhalter an der wichtigen Erhaltungszucht beteiligen.

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